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PARASITISMUS
Die Parasitologie befaßt sich mit dem Parasitismus und dessen
Bedeutung.
Parasitismus (Schmarotzertum):
Form eines Biosystems. Beziehungen zwischen 2 verschiedenen Partnern, von
denen sich einer (Parasit) auf Grund physiologischer, oft auch
struktureller Besonderheiten zeitweise oder ständig an oder in einem
anderen, in der Regel größeren Lebewesen (Wirt) aufhalten
muß, um die für seinen Stoffwechsel oder zur Erzeugung der Nachkommen
notwendigen Bedingungen zu finden. Die Abhängigkeit des Parasiten vom Wirt
kann sich auf dessen Körpersubstanz, Enzyme, Nahrungsangebot,
Sauerstoffbedarf, Osmotik, ph-Verhältnisse und Wärmehaushalt beziehen.
Der Wirt braucht, besonders bei geringem Parasitenbefall, nicht unbedingt
geschädigt zu werden. Häufig wird er aber durch toxisch (giftig)
wirkende Stoffwechselprodukte (Sekrete, Exkrete) oder durch Verletzungen,
Stoffentzug, Gewebezerstörungen oder andere mechanische Wirkungen in
Mitleidenschaft gezogen, so dass er später zugrunde gehen kann. Im
Gegensatz zum Räubertum erfolgt jedoch nicht der unmittelbare Tod des
Wirtes. Der Wirt verhält sich allerdings keineswegs passiv gegenüber
dem Parasiten, sondern ist imstande, durch besondere Abwehrmechanismen Zahl und
Schadeffekt der Parasiten in Grenzen zu halten. (Bsp.: Putzerfisch befreit
größere Fische von Parasiten)
Die Reihenfolge verschiedener, sich ablösender Parasiten, welche die
einzelnen Entwicklungsstadien ihres Wirts befallen nennt man die
Parasitenfolge. Bei Insekten unterscheidet man Ei-,
Larven-,
Puppen- und Imaginalparasiten, sonst Jugend- und Altersparasiten.
Die durch Parasiten verursachte Krankheit oder Schwächung des
befallenen Lebewesens nennt man Parasitose. (z.B:
Malaria)
Die Gesamtheit der in einem Organ oder in einem Wirt lebenden parasitischen
Organismen ist eine Parasitozönose.
Wirt:
Ein Lebewesen, das für eine mehr oder weniger lange Zeit einen
Parasiten unterhält. Man unterscheidet zwischen Hauptwirt (bietet den
Parasiten optimale Lebensbedingungen), Nebenwirt(in ihm ist zwar die Entwicklung
eines Parasiten möglich , aber er wird von diesem unter normalen
Bedingungen nicht aufgesucht-> nur wenig P. in ihm), Zwischenwirt (bietet dem
P. nur in einem bestimmten Entwicklungsstadium Lebensbedingungen
->Wirtswechsel), Endwirt (Tier in dem ein P. mit Wirtswechsel geschlechtsreif
wird), Transportwirt (Tier, das andere Organismen lediglich mittransportiert,
ohne von diesem in Mitleidenschaft gezogen zu werden) und Reservewirt (latent
infiziertes Wirbeltier, das für den Menschen oder für seine Haustiere
ein ständiges Parasitenreservoir darstellt).
Parasitenreservoir ist die Gesamtheit der Parasiten in Neben- und
Reservewirt, über die ein im Augenblick nicht parisierter Hauptwirt
jederzeit neu befallen werden kann.
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